Ausstellung

Das Museum befindet sich in einem Teil des ehemaligen Rittergutes Olbernhau. Das Gebäude wurde nach dem 30-jährigen Krieg als dreistöckiges Herrenhaus errichtet.

1767 brannte es bei einer Jagd im Rittergutshof ab. Unter Verwendung alter Mauern wurde es als Pferdestall und Wirtschaftsgebäude errichtet. Der Fundus des Museums geht auf eine Altertümersammlung des Gewerbevereins aus dem Jahre 1902 zurück. Bis zum Zweiten Weltkrieg zog die Sammlung mehrmals um. 1957 wurde das Heimatmuseum eröffnet, das die Natur- und Heimatfreunde aufbauten. In den folgenden Jahren wurde es schrittweise erweitert. Ab 2002 begann eine umfassende Sanierung und Erweiterung des Gebäudes. Mit der Erweiterung ist ein neues Museumskonzept ausgearbeitet worden. In der ständigen Ausstellung dokumentiert die Naturkundeabteilung Zusammenhänge von Geologie (u.a. Exponate Steinkohlebecken Olbernhau-Brandau), Erzgebirgswald (Holzordnung des Kurfürsten von 1560) und Fauna und Flora unserer heutigen Umwelt in Lebensräumen.

AusstellungEinen breiten Raum nimmt die Entwicklung des Holz und Metall verarbeitenden Gewerbes ein. Beide Gewerke bildeten bereits ab 1700 in der Gewehrmanufaktur und dem sich entwickelnden Strumpfstuhlbau eine Einheit. Die Manufaktur war Waffenlieferant für die sächsische Armee. Das sich entwickelnde Verlagswesen in Olbernhau, das bedeutendste für erzgebirgische Holz- und Spielwaren, konnte neue Absatzmärkte für die aufstrebende Holzindustrie erschließen. Es entstanden zahlreiche Fabriken und Handwerksbetriebe, die Spielzeug, Kleinmöbel, Galanteriemöbel, Streichhölzer, Halbfabrikate u.a. herstellten, sowie ein bedeutender Möbelbau.

Olbernhau war das Zentrum der Produktion von „nützlichem Gebrauchsgerät“ und eine aufstrebende Industriestadt. Der Ort entwickelte sich sprunghaft. Aus den Schlossereien der ehemaligen Gewehrmanufaktur entstanden leistungsfähige Maschinenbaubetriebe für Holzindustrie. Eine Ausstellung für Holzverarbeitungsmaschinen, Dampflokomobile, Nagelmaschinen der Nagelschmiede Rübenau und einer Feuerspritze von 1794 wird beeindruckend dargestellt. Ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges war die Vertreibung der Sudetendeutschen und der Neuaufbau einer Glasveredlung in Olbernhau.

Deutschlandweite Ausstrahlung erzielte das Schaffen von Holzgestaltern und Musikern. Einen größeren Fundus besitzt das Museum von den akademischen Malern Max Krause-Kiederling und Grete Lichtenberger. Eine weitere Abteilung zeigt die Kombinatsbildung der Spielwarenidustrie (VERO Olbernhau) und der Kunstgewerbeindustrie sowie des Warenzeichenverbandes.

Weitere Schwerpunkte sind die Sammlung und Ausstellung von erzgebirgischer Schnitzkunst und Lichterhäuser aus Pappe.

Hervorzuheben ist eine Anzahlt mechanischer Heimatberge – naiv modellhafte Nachbauten von Bergwerken oder Gebirgslandschaften, deren Reiz in zahlreichen Bewegungsabläufen von nachgebildeten Menschen und Fahrzeugen besteht.

Sonderausstellungen ergänzen den abwechslungsreichen Museumsrundgang für die gesamte Familie.